Quarze

Quarze sorgen immer wieder für Verwirrung da es diese in vielen unteschiedlichen Ausführungen gibt. Es gibt Quarze für AM und FM, die natürlich nicht gemischt werden können, Sender und Empfängerquarze, für normale und Doppel Superheadempfänger.
Mit dem Quarz wird der verwendete Kanal der Funke festgelegt. Empfänger und Senderquarz müssen daher immer den gleichen Kanal, die gleiche Modulationsart besitzen und dürfen auch nicht gegeneinander vertauscht werden.

Der Aufdruck auf einem Graupner Quarz sieht folgendermaßen aus:

77 R FM SSS, dies bedeutet
77 = der Kanal, in diesem Fall einer aus dem 35 MHz A Band.
R = Receiver, also Empfängerquarz.
FM = Frequenzmodulation
SSS = Single Superhead System, also ein normaler Supehead Empfänger,  DSS wäre für Doppelsuperhead Empfänger, heißt der Empfänger arbeitet mit 2 Zwischenfrequenzen im Gegensatz zum Single der nur eine Zwischenfrequenz hat.

Das entsprechende Senderquarz hätte dann den Aufdruck 77 T FM SSS, wobei das T für Transmitter, also Sender steht.

Auch Sender und Empfängerquarz dürfen nicht vertauscht werden da sie von ihrer Eigenschwingungsfrequenz unterschiedlich sind.

Leider sind die Aufdrucke auf Quarzen verschiedener Hersteller nicht einheitlich. Oft wird statt des Kanals auch die Frequenz angegeben, dann muß man halt erst in einer Frequenztabelle nachsehen um welchen Kanal es sich handelt. Gerade bei 27 Mhz Quarzen fehlt oft die Bezeichnung ob FM oder AM, in der Regel sind 27 MHz Quarze aber AN, FM ist hier eher selten.

Ein Quarz mit dem Aufdruck T40.675FM wäre also ein Senderquarz für den Kanal 51 im 40 MHz Band für FM Modulation.

Zu erwähnen wäre auch noch das nicht alle Quarze aller Hersteller untereinander kompatibel sind, da gerade bei Empfängern manchmal unterschiedliche Zwischenfrequenzen verwendet werden.
Ein Quarz von Robbe funktioniert also nicht zwingend in einem Graupner Empfänger oder Umgekehrt.

Die Sicherste Methode ist es daher Sender und Empfänger des gleichen Herstellers mit Orginalquarzen zu verwenden.

Verwendet man den Empfänger eines anderen Herstellers sollte im Empfänger in der Regel ein Quarz des Empfängerherstellers verbaut sein. Kommt dann keine Verbindung zu stande kann man es mit dem Quarz des Senderherstellers versuchen. Besonders Graupner Empfänger verweigern oft den Dienst mit Fremdquarzen, dies ist aber vermutlich von Graupner so gewollt, um den Kunden an die Marke zu binden.
Im Zweifelsfall hilft nur Probieren.

Quarze sind auch die Empfindlichsten Teile von den Empfängern und gehen auch bei Abstürzen öfter mal kaputt. Auch oxidierte Steckkontakte an Buchse und Quarz führen oft zu Störungen, was aber leicht mit Kontaktspray und etwas feinem Schmirgelpapier behoben werden kann. Nach einem Absturz kann es aber leicht dazu kommen das die Verbindung von Quarz (Mineral) und Metallkontakt reißt oder Wackelkontakte bekommt, da die Verbindung von dem Mineral zum Metall sehr spröde ist.

Daher hier noch eine kleine Abschweifung zu Synthesizer Fernsteuerungen wie beispielsweise die MX 16S. Diese benötigen keinen Quarz mehr. Am Sender wird der entspechende Kanal per Software auf dem Display eingestellt und die entsprechenden Empfänger, z. B. der R16Scan verfügen über einen Kanalsuchlauf ähnlich dem Sendersuchlauf eines Autoradios und erkennen bei eingeschaltetem Sender den Kanal automatisch und speichernihn bis zum erneuten Auslösen des Suchlaufs ab. Natürlich können Scan Empfänger auch mit Quartz Sendern betrieben werden, auch hier finden sie den Sendekanal bei betätigen des Suchlaufs selbstständig. Mit Synthesizer Sender und Empfänger ist man halt sehr flexibel, wird der normal verwendete Kanal schon von einem Kollegen benutzt kann man schnell und ohne viel Aufwand am Platz schnell den Kanal wechseln. Und wenn man die Preise für die Quarze mit einrechnet ist ein Scan Empfänger nicht teurer als ein Quarzempfänger. Auf dauer macht sich das sicher bezahlt.

Bild 1 = Graupner Empfängequarz
Bild 2 = Graupner Senderquarz
Bild 3 = Multiplex Empfängerquarz
Bild 4 = Webra Empfängerquarz

Die Quarze haben eigentlich alle gleiche Bauform und genormten Kontaktabstand, im Urzustand sehen sie aus wie das Webra Quarz. Die von Graupner und Multiplex stecken nur in einer Kunststoffhalterung die passend für Sender und Empfänger sind, also da nicht verwirren lassen.