Modellflugversicherung

Ein etwas ungeliebtes aber wichtiges Thema beim Modellflug. Die hier gemachten Angaben beziehen sich auf Deutschland und können in anderen Ländern abweichen.

Mittlerweile besteht für alle Modellflugzeuge ohne Ausnahme eine Versicherungspflicht. Wer auf einem Vereinsplatz fliegen möchte sollte auch immer eine Kopie des Versicherungsnachweises bei sich führen, sonst kann es sein  das man nicht auf dem Platz fliegen darf.

Seit dem 11. August 2005 hat sich die rechtliche Lage für uns Modellflieger bezüglich der Versicherungspflicht geändert: Jedes Flugmodell muss unabhängig vom Gewicht versichert sein. Private Haftpflichtversicherungen decken die Modellflugrisiken nur noch in Ausnahmefällen ab.

Lediglich einige ältere Verträge beinhalten einen Versicherungsschutz für Modelle bis max. 5kg, dann aber meistens nur Modelle ohne Antrieb. Sollte jemand noch eine solche Versicherung für den Modellflug haben, so muss er jetzt genau das Kleingedruckte in seinen Versicherungsbedingungen lesen, um im Schadensfall nicht als der Dumme da zu stehen.

Gerade der Nachwuchs bei den Modellbauern fragt sich immer wieder: "Wo kann ich mich ordentlich versichern?" Auf diese recht einfache Frage, kommen hier im Forum viele verschiedene Antworten und Meinungen. Die angebotenen Leistungen der einzelnen Verbände und Organisationen sind so unübersichtlich, weil jeweils Gesamtversicherungspakete angeboten werden, die sich an dem Interesse der Mitglieder des jeweiligen Verbandes ausrichten. Die Auswahl kann so schnell zum Lotteriespiel werden. Ich möchte nun versuchen, die Leistungen der einzelnen Anbieter gegenüber zu stellen. Der Stand der Daten ist der 01. April 2006 (kein Scherz) und die angegebenen Daten sind den Homepages der Verbände bzw. der entsprechenden Versicherungen entnommen

Versichern kann man sich bei:

Deutscher Aero Club, DMFV und DMO. Auch einige andere Versicherungen bieten eine Erweiterung der Haftpflichtversicherung an, was aber finanziell meißt nicht lohnt. Habe bei 3 Versicherungen nachgefragt, mehrpreis bei Haftpflicht lag zwischen 140 und 190 €.
Hier ein Link zu den oben genannten Versicherungsbedingungen: http://www.rc-network.de/magazin/artikel_06/art_06-021/art_021-01.html

Hier noch ein Auszug aus §16 LuftVO:

LuftVO § 16
Aufstiege von Ballonen, Drachen, Flugmodellen und Flugkörpern mit Eigenantrieb, Starts und Landungen von Hängegleitern und Gleitsegeln, Außenlandungen mit Sprungfallschirmen

(1) Der Aufstieg eines bemannten Freiballons außerhalb eines für den Ballonaufstieg genehmigten Flugplatzes bedarf der Erlaubnis der örtlich zuständigen Luftfahrtbehörde des Landes.

(2) Fesselballone dürfen nur mit Erlaubnis der örtlich zuständigen Luftfahrtbehörde des Landes aufgelassen werden. Bei Drachen und Schirmdrachen bedarf es dieser Erlaubnis, wenn sie mit einem mehr als 100 m langen Seil gehalten werden. Das Steigenlassen von Drachen oder das Betreiben von Schirmdrachen im Bauschutzbereich von Flughäfen sowie in einer Entfernung von weniger als 3 km von der Begrenzung von Landeplätzen und Segelfluggeländen ist verboten. Die örtlich zuständige Luftfahrtbehörde des Landes kann Ausnahmen zulassen.

(3) Das Halteseil von Fesselballonen sowie Drachen, deren Aufstieg einer Erlaubnis bedarf, ist in Abständen von 100 m bei Tage durch rotweiße Fähnchen, bei Nacht durch rote und weiße Lichter so kenntlich zu machen, daß es aus allen Richtungen von anderen Luftfahrzeugen aus erkennbar ist.

(3a) Außenlandungen von Hängegleitern und Gleitsegeln, die sich auf einem Überlandflug befinden, bedürfen keiner Erlaubnis. Starts und Landungen von Hängegleitern und Gleitsegeln außerhalb genehmigter Flugplätze bedürfen der Erlaubnis des Beauftragten nach § 31c des Luftverkehrsgesetzes. Die Erlaubnis schließt Schleppstarts von Hängegleitern und Gleitsegeln ein und kann mit Auflagen verbunden werden. Der Beauftragte kann von dem Antragsteller den Nachweis der Zustimmung des Grundstückseigentümers oder der sonstigen Berechtigten verlangen. Der Beauftragte hat die Naturschutzbehörden zu beteiligen.

(3b) Absatz 3a Satz 2 bis 5 ist auf Außenlandungen mit Sprungfallschirmen sinngemäß anzuwenden.

(4) Der Aufstieg von Flugmodellen von weniger als 5 kg Gesamtmasse bedarf keiner Erlaubnis, es sei denn, daß sie mit Raketenantrieb versehen sind.

(5) Flugmodelle mit Verbrennungsmotoren dürfen in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von Wohngebieten nur mit Erlaubnis der örtlich zuständigen Luftfahrtbehörde des Landes betrieben werden. Dasselbe gilt für Flugmodelle aller Art in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von der Begrenzung von Flugplätzen. Auf Flugplätzen dürfen Flugmodelle aller Art nur mit Zustimmung der Luftaufsichtsstelle oder der Flugleitung betrieben werden.

(6) Der Aufstieg von Flugmodellen mit Raketenantrieb und von fern- oder ungesteuerten Flugkörpern mit Eigenantrieb bedarf unbeschadet anderer Vorschriften der Erlaubnis der örtlich zuständigen Luftfahrtbehörde des Landes. Die Erlaubnis kann Personen oder Personenvereinigungen für den Einzelfall oder allgemein erteilt werden, wenn diese zuverlässig und fachlich geeignet sind. Die Erlaubnis kann mit Auflagen verbunden werden. Keiner Erlaubnis bedürfen

1. der Aufstieg von Raketen des Seenot- und Bergrettungsdienstes;

2. der Aufstieg von Feuerwerkskörpern, deren brennbare Masse (Anfeuerung und Effektsatz) nicht mehr als 20 g beträgt, sofern die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere die Sicherheit des Luftverkehrs erkennbar nicht gefährdet werden, mit Ausnahme des Aufstiegs von Feuerwerkskörpern in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von der Begrenzung von Flugplätzen während deren Betriebszeit;

3. der Aufstieg von Flugmodellen und Flugkörpern mit Raketenantrieb, deren Treibsatz nicht mehr als 20 g beträgt.

(7) Der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis nach Absatz 5 oder 6 Satz 1 muß enthalten:

1. Anzahl der beabsichtigten Aufstiege,
2. Beschreibung des Flugmodells oder Flugkörpers unter Angabe der Maße, des Startgewichts und der Motorleistung oder der Stärke des Treibsatzes,
3. Art der Steuerung,
4. Aufstiegsort und Zielgebiet,
5. Aufstiegszeit und Flugdauer,
6. bei Flugkörpern voraussichtliche Gipfelhöhe,
7. Nachweis der Haftpflichtdeckung.